Krieg der Tripelallianz gegen Paraguay 1864-1870

Paraguay Brasilien, Argentinien, Uruguay

Francisco Solano Lopez, seit 1862 ewiger Diktator Paraguays, plante einen großangelegten Offensivkrieg gegen Brasilien zur Vergrößerung des paraguayischen Staatsgebiets.

Mit einer 80.000 Mann starken Armee marschierte er am 26.12.1864 in Brasilien (Mato Grosso) ein. Da die Argentinier den paraguayischen Truppen keinen Durchmarscherlaubnis gaben, erklärte Lopez auch seinem südlichen Nachbarn den Krieg (18.3.1865). Die Paraguayer kaperten argentinische Schiffe, nahmen Corrientes und fielen dann über Encarnacion in Südbrasilien ein.

Die Nachbarstaaten Brasilien, Argentinien und Uruguay schlossen am 1.5.1865 die Tripelallianz, deren Ziel die Vernichtung der Regierung Lopez und die Öffnung des Rio Paraguay und des Paraná war. Der Argentinier Bartolomé Mitre, der Uruguayer Venancio Flores und der Brasilianer Lois Osorio führten die verbündeten Truppen an, die zum Kampf gegen die Paraguayer aufgestellt worden waren.

Im September erlitt die paraguayische Armee unter Colonel Antonio L. Estigarribia die erste Niederlage gegen die Truppen der Tripelallianz bei Uruguayana. Im Januar 1866 überschritten die Verbündeten den Paraná. Nach einer schweren Niederlage der Paraguayer bei Paso de Patria am 24.5.1866 gelang es Lopez trotzdem seine Armee zu reorganisieren. In der Schlacht von Curupayty am 22.9.1866 konnten die Paraguayer die Invasionstruppen der Verbündeten empfindlich treffen. Bei nur 54 eigenen Verlusten töteten sie 9.000 ihrer Feinde.

Fast ein Jahr lang gingen die Kämpfe weiter ohne bedeutende Veränderungen. Während dieser Zeit starben mehr Menschen an einer Cholera-Epidemie als in Kampfhandlungen.

1867 hatte Lopez die Hauptstadt Asuncion aufgegeben und sich nach Norden zurückgezogen. Hinter sich ließ er ein verwüstetes Land. Die Festung Humaita kapitulierte im August. Die brasilianischen und argentinischen Truppen kämpften sich langsam am Rio Paraguay entlang nach Nordwesten voran. Lopez sammelte die Reste seiner Armee (etwa 10.000 Mann) in Ypacarai. In der Schlacht von Ypacarai am 25.12.1867 wurde die paraguayische Armee völlig vernichtet. Lopez floh mit einigen wenigen berittenen Kämpfern, während die Brasilianer am 31.12. in Asuncion einmarschierten.

Lopez gab den Kampf jedoch nicht auf. Im Nordosten Paraguays scharte er noch einmal einige tausend Kämpfer um sich. Am 1.3.1870 wurde er schließlich von einer Einheit der brasilianischen Besatzungsarmee aufgegriffen und getötet.

Unter Vermittlung der USA kam am 20.6.1870 ein Friedensvetrag zustande. Paraguay musste etwa 55.000 sqm von seinem Territorium an Brasilien und Argentinien abtreten.

Der Krieg der Tripelallianz gegen Paraguay hatte über 2 Millionen Menschenleben gekostet. Die Bevölkerung Paraguays wurde von 1.400.000(525.000 ?) auf 221.000 reduziert. Davon waren 29.000 Männer, 106.000 Frauen und 86.000 Kinder.
 
  • Pelham Horton Box: The Origins of the Paraguayan War. ND. New York 1967.
  • R.B. Cunninghame Graham: Portrait of a Dictator. Francisco Solano Lopez (Paraguay, 1865-1870). London 1933.
  • Augusto Tasso Fragoso: História da guerra entre a triplice alianca e o paraguai. 5 Bde. Rio de Janeiro 1934.
  • Chalres J. Kolinski: Independence or Death! The Story of the Paraguayan War. Gainesville 1965.


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    (mak) 2000