Der Siebenjährige Krieg 1756-1763

Preußen, Großbritannien, Hannover, Hessen Österreich, Reich, Frankreich, Russland, Schweden, Sachsen

Durch die Bemühungen des österreichischen Staatskanzlers Graf Kaunitz kam es zur Aussöhnung zwischen Österreich und Frankreich und damit zum Ende einer Jahrhunderte alten bourbonisch-habsburgischen Feindschaft. Beide Mächte bildeten ein Bündnis gegen Preußen, dessen Machtzuwachs durch den Österreichischen Erbfolgekrieg auf dem ganzen Kontinent skeptisch betrachtet wurde. Friedrich II. war damit isoliert und suchte die Annäherung an Großbritannien. Im Januar 1756 schlossen Preußen und Briten die Konvention von Westminster, ein Defensivvertrag zum Schutz von Hannover. Der Umsturz aller Bündnisse, auch renversement des alliances genannt, war vollzogen. Dem französisch-österreichischen Bündnis traten im Mai 1756 Russland, Sachsen, Schweden und das Reich im Vertrag von Versailles bei. Sie planten für 1757 ein gemeinsames Vorgehen gegen Preußen.

Friedrich II. hatte von den Plänen der Alliierten erfahren und ergriff die Initiative. 70.000 preußische Soldaten marschierten am 29.8.1756 in Sachsen ein und besetzten am 10.9. Dresden. Ein österreichisches Heer, das zum Schutz Sachsens anrückte wurde bei Lobositz von den Preußen geschlagen. Die sächsische Armee kapitulierte und wurde in die preußische integriert.

1757 fiel Friedrich in Böhmen ein. In der blutigen Schlacht von Prag am 6.5.1757 siegten die Preußen und trieben die verbliebenen Österreicher in die Stadt, die sie im folgenden belagerten. Eine österreichische Entsatzarmee zwang jedoch Friedrich die Belagerung Prags abzubrechen und sich zurückzuziehen.

Nun führten die Verbündeten Österreichs ihrerseits große Armeen gegen Preußen ins Feld. 180.000 Franzosen und Österreicher marschierten in Hannover ein. Über 100.000 Österreicher befande sich in Böhmen im Anmarsch auf Sachsen. 100.000 Russen hatten die Grenze zu Ostpreußen überschritten und 16.000 Schweden waren in Pommern gelandet. Die Armee des Herzogs von Cumberland, die Hannover verteidigen sollte, wurde vernichtet und Hannover besetzt. In der Schlacht von Groß-Jägersdorf besiegten die Russen ein kleines preußisches Heer von 30.000 Mann. Der Weg nach Berlin war offen, doch mangelnde logistische Vorbereitungen der Russen machten ihren weiteren Vormarsch unmöglich.

Im November 1757 stellte Friedrich die französisch-österrreichische Armee unter Prinz Joseph von Sachsen-Hildburghausen und dem Herzog von Soubise zur Schlacht bei Rossbach (5.11.1757). Friedrich stand mit etwa 21.000 Mann einer feindlichen Armee von 64.000 gegenüber, von denen aber nur zwei Drittel im Kampf eingesetzt wurde. Friedrich gelang es, innerhalb einer Stunde die Hälfte der gegnerischen Truppen in die Flucht zu schlagen. Sie verloren 8.000 Mann, während nur 500 Preußen ihr Leben auf dem Schlachtfeld ließen.

Friedrich eilte nun mit seinem Heer nach Schlesien zurück, wo die Österreicher Breslau eingenommen hatten. Wieder ergriff er zügig die Initiative und suchte die Schlacht. Bei Leuthen am 6.12.1757 kämpfte Friedrich seine wohl berühmteste Schlacht. Gegen eine mehr als doppelte Übermacht errang seine Armee unter seiner taktisch hervorragenden Führung einen totalen Sieg. Die preußische Kavallerie unter General Ziethen trug besonders zum Sieg von Leuthen bei. Erst die Dämmerung ermöglichte den völlig zerschlagenen Österreich das Entkommen.

Im folgenden Jahr setzte Friedrich den Krieg mit der Belagerung von Olmütz fort. Diese musste er jedoch abbrechen, als er erfuhr, dass die Russen bereits an der Oder standen. Aus der Schlacht von Zorndorf am 25.8.1758 ging Friedrich nur als Pyrrhus-Sieger hervor. Die Russen zogen sich nach Königsberg zurück. Die Preußen hatten jedoch zu große Verluste erlitten, um sie zu verfolgen. Friedrich marschierte nach Sachsen, wo eine übermächtige österreichische Armee die Preußen zur Schlacht von Hochkirch am 14.10.1758 zwang. Friedrichs Armee wurde besiegt, konnte aber der völligen Vernichtung entgehen.

Im Sommer 1759 vereinigten sich russische und österreichische Kontingente an der Oder. Die Schlacht von Kunersdorf am 12.8.1759 endete mit der schlimmsten Niederlage Friedrichs. Ein Umgehungsmanöver der Preußen schlug fehl und ihr Angriff erreichte nur tropfenweise die feindlichen Linien. Bei den vergeblichen Attacken verlor Friedrich über 20.000 Mann und trug sich nach der Schlacht bereits mit dem Gedanken seine Krone niederzulegen. Im Westen hielten preußisch-englische Verbände einigermaßen die Waage gegen die französischen Truppen.

Ein Jahr später besetzten Russen und Österreicher sogar Berlin. Als Friedrich, der mit seiner Armee südöstlich stand, auf Berlin marschierte, verließen sie die Stadt und sammelten sich bei Torgau. Dort griff Friedrich sie an. Die Schlacht von Torgau am 3.11.1760 drohte zunächst ein erneutes Fiasko zu werden, doch nach langen Kämpfen errangen die Preußen nach Einbruch der Dunkelheit doch noch den Sieg.

Ende 1761 war Friedrich jedoch kurz vor dem Ende. Der Zusammenbruch Preußens im nächsten Jahr schien unvermeidlich. Friedrich konnte nur noch 100.000 Mann aufstellen. Die Alliierten verfügten allein im Osten über dreimal so starke Armeen. Seine Truppen im Westen hätten einer neuen Angriffswelle auch kaum noch standhalten können. In dieser Situation zog sich Großbritannien, der einzige mächtige Verbündete Preußens, aus dem Krieg zurück. George III., seit 1760 englischer König, legte weniger wert auf die Verteidigung Hannovers und 1761 wechselten die Machtverhältnisse in der britischen Regierung. Die anti-preußischen Kräfte bekamen die Oberhand, so dass die britischen Subsidien an Preußen eingestellt wurden.

Ein anderer Thronwechsel rettete Preußen vor dem Kollaps. Die Zarin Elisabeth starb am 5.1.1762. Ihr Nachfolger Peter III. war ein Verehrer Friedrichs und begann sofort Friedensverhandlungen. Am 15.5.1762 schlossen sie den Frieden von St. Petersburg. Auch Schweden schloss jetzt Frieden (Hamburg, 22.5.). Die preußischen Armeen errangen im Sommer und Herbst 1762 noch kleinere Siege gegen die Österreicher und Franzosen. Ende dieses Jahres waren alle beteiligten Mächte kriegsmüde geworden. Die finanziellen Mittel waren ausgeschöpft. Auch Frankreich und England verhandelten bereits, um ihre Konflikte in Übersee beizulegen (French and Indian War).

16.2.1763 Frieden von Hubertusburg




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(mak) 2000