Der Konflikt um Samoa 1899

Samoaner, Deutschland Samoaner, Großbritannien, USA

1878/79 hatten die USA, Deutschland und Großbritannien Handelsverträge mit Samoa geschlossen und wenige Jahre später in innersamoanische Konflikte eingegriffen, um ihrem bevorzugten Kandidaten Malietoa Talavou zur Krone zu verhelfen. Verschiedene Stammeshäuptlinge kämpften in Samoa seit Jahrezehnten um die Oberherrschaft über das Archipel. 1887-1889 und 1893/94 kam es erneut zu bürgerkriegsähnlichen Konflikten. Das aggressive Eingreifen der Deutschen widerstrebte zwar den Briten und Amerikanern, doch noch 1893/94 konnte man sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

1899 fanden sich jedoch die angelsächsischen Mächte als Gegner der Deutschen in den Thronwirren wieder, da sie den Sohn des kürzlich verstorbenen Königs unterstützten. Die Deutschen aber holten dessen Rivalen aus dem Exil von den Marschall-Inseln und setzten ihn als ihren Marionettenkönig in Samoa ein. Britische und Amerikanische Schiffe beschossen im März die Hauptstadt Apia, da sich abzeichnete, dass Mataafa und seine deutschen Helfer sich dursetzen würden.

Eine Kommission aus Vertretern der drei Großmächte kam im Mai 1899 nach Samoa. Sie verhinderte, dass der Konflikt zwischen Deutschen und Amerikanern/Briten eskalierte und schaffte die Monarchie in Samoa ab. Die Inselgruppe wurde nun zwischen Deutschen und Amerikanern aufgeteilt. Die Deutschen erhielten den westlichen Teil (heute West-Samoa), die Amerikaner den östlichen Teil, der heute noch immer unter amerikanischer Verwaltung steht. Die Briten zogen sich aus Samoa zurück, ließen sich dafür aber ihre Rechte auf Tonga und die Salomonen anerkennen.



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(mak) 2000