Der Russisch-Polnische Krieg 1920/21

Polen Russland

Als die deutschen Truppen am 11.11.1918 abzogen, wurde Polen de facto unabhängig. Zwar hatte es bereits 1916 eine polnische Unabhöngigkeitserklärung gegeben, doch galt diese nur für die unter russischer Herrschaft stehenden polnischen Gebiete. Außerdem blieb das Land von deutschen und österreichischen Truppen besetzt.

General Josef Pilsudski, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, etablierte sich als Diktator Polens und widmete sich dem Aufbau einer Armee, um sie in den verschiedenen Grenzkonflikten einzusetzen. Während des russischen Bürgerkrieges besetzten die Polen Teile Weißrusslands, der Ukraine und vertrieben die Russen aus der litauischen Hauptstadt Wilna. Die von den Alliierten ausgearbeitete "Curzon-Linie", die die polnische Ostgrenze entlang des Bugs zog, war für die Polen völlig inakzeptabel. Pilsudski strebte die Wiedererrichtung des neuen Staates auf dem Territorium Polens vor der ersten Teilung 1772 an.

Pilsudski verbündete sich mit anti-bolschewistischen Ukrainern und ergriff die Initiative. Pilsudskis Truppen eroberten Kiew am 7.5.1920. Ihr Erfolg währte jedoch nicht lange. Die sowjetische Gegenoffensive unter Marschall Michail Tuchatschewski trieb die Polen immer weiter zurück. Auch im Süden mussten die polnischen Truppen vor den Angriffen der Kosaken zurückweichen, die bald Lemberg (Lwow) erreichten. Im Juli nahmen die Russen Wilna und standen Ende dieses Monats vor Warschau. In der Schlacht von Warschau 16.-25.8.1920 wurde der Vormarsch der Sowjets gestoppt. Pilsudski wagte einen riskanten, konzentrierten Angriff auf das russische Zentrum. In einem zehntägigen erbitterten Kampf trugen die Polen den Sieg davon. 150.000 Russen wurden getötet oder gefangengenommen. In den darauffolgenden Wochen trieben die Polen die dezimierten russischen Truppen bis nach Minsk zurück. Am 12.10.1920 ruhten die Waffen.

18.3.1921 Vertrag von Riga




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(mak) 2000