Der Nordische Krieg 1700-1721

Schweden, Türkei, Kosaken Russland, Dänemark, Sachsen/Polen, Preußen (ab 1713), Hannover (ab 1713)

Sachsen und Dänemark waren seit 1697 verbündet. Sächsische Truppen fielen in Livland und dänische in Holstein ein. Die Dänen mussten aber noch im selben Jahr wieder Frieden schließen (Travendal), da die Armee Karls XII. von Schweden Kopenhagen bedrohte. Auch Peter I. von Russland erklärte Schweden 1700 den Krieg. In der Schlacht von Narwa musste der Zar allerdings eine beschämende Niederlage hinnehmen.

Die Offensive lag nun in den Händen der Schweden. 1704 hielt Karl XII. Polen besetzt, ließ August III. als polnischen König absetzen und stattdessen Stanislaus Leszczinski wählen. Im Frieden von Altranstädt 1706 zwischen Sachsen und Schweden musste August offiziell auf die polnische Krone verzichten.

Während Karl XII. mit seiner Armee in Polen stand, eroberten die Russen das Baltikum. Der schwedische König, mehr militärischer Draufgänger als rational orientierter Stratege, wandte sich nun gegen Russland. Er versuchte die ukrainischen Kosaken und die Osmanen für den Kampf gegen den Zaren zu gewinnen. Die schwedische Armee, längst von allen rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten und durch den harten Winter 1708/09 schwer angeschlagen, wurde bei der Belagerung von Poltawa 1709 von russischen Truppen aufgerieben. Karl XII. selbst entkam in die Türkei.

Dort bewegte der schwedische König die Türken zur Wiederaufnahme des Krieges gegen Russland. Zar Peter I. forderte seinerseits die Türken auf, den schwedischen König auszuliefern. Da seine Forderung nicht erfüllt wurde, marschierte er in Moldawien ein. Am Pruth fand sich Peter jedoch 1711 in einer strategisch hoffnungslosen Lage. In Verhandlungen mit den Türken musste er Azov an das Osmanische Reich zurückgeben. Karl XII. erhielt eine Durchreiseerlaubnis und schlug sich ohne Armee nach Schweden durch.

Inzwischen hatten Sachsen und Dänemark ihr Bündnis mit Russland wieder aufgenommen. Auch Brandenburg-Preußen (forderte Stettin) und Hannover traten nach dem Frieden von Utrecht 1713 gegen Schweden in den Krieg ein. Nach dem Verlust von Rügen, Usedom und Wismar fiel Karl XII. 1718 vor der Festung Fredrikshald in Norwegen.

Das anti-schwedische Bündnis brach danach zusehends auseinander, so dass die einzelnen Mächte den Krieg nicht fortsetzten. Hannover schloss 1719 den Waffenstillstand, Brandenburg-Preußen 1720 (erhielt Pommern mit Stettin und den Inseln bis zur Peene).

Russland diktierte danach den

10.9.1721     Frieden von Nystad

Russland löst Schweden damit als Ostseegroßmacht ab und wächst als fünfte Großmacht in das Konzert der europäischen Mächte hinein. Brandenburg-Preußen baut seine Vormachtstellung in Norddeutschland aus.
 
DUCHHARDT, Heinz: Balance of Power und Pentarchie. Internationale Beziehungen 1700-1785. Paderborn u.a. 1997.
 (Handbuch der Geschichte der Internationalen Beziehungen, Bd. 4)



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(mak) 2000