| Frankreich | Tunesien |
Tunesien stand in den 1870er Jahren vor dem Bankrott. Frankreich beherrschte über den ersten Minister Khérédine die tunesische Politik. Nachdem dieser jedoch durch Mustapha ben Ismail ersetzt wurde, verschlechterten sich die Beziehungen. Mustapha versuchte, sein Land aus der informellen Abhängigkeit von Frankreich zu befreien. Daraufhin sandten die Franzosen eine Strafexpedition nach Tunesien, die einen Protektoratsvertrag erzwingen sollte. Die französische Armee marschierte am 22.4.1881 in Tunesien ein. Der Vertrag von Bardo vom 12.5.1881 sah ein lockeres französisches Protektorat vor.
Die Franzosen sahen sich jedoch mit einem radikal-islamischen Aufstand konfrontiert. Sie entschieden sich, das
Protektorat, das bislang nur auf dem Papier bestand mit Waffengewalt zu realisieren. Bis Oktober 1881 schlugen sie
den religiösen Aufstand nieder. Frankreich blieb damit auch weiterhin in Tunesien präsent, da es das
Land unter diesen Umständen nicht weiterhin von außen regieren konnte. Die Besetzung Tunesiens bildete
den beiläufigen und unüberlegten Auftakt zur Aufteilung Afrikas.
| (mak) 2000 |