Der Burenkrieg 1899-1902

Buren (Transvaal, Oranje-Freistaat) Großbritannien

Von den Goldfunden angelockt kamen seit den 1880er Jahren kamen immer mehr britische Einwanderer nach Transvaal. Die Beziehungen zwischen dem Briten in Südafrika und den aus den Niederlanden stammenden Buren in Transvaal und dem Oranje-Freistaat verschlechterten sich zusehends. Großbritannien glaubte ein freier und unabhängiger Burenstaat in Südafrika würde leicht zum Satelliten Deutschlands werden, das um die Jahrhundertwende für die Briten ein erntstzunehmender Konkurrent in der Weltpolitik geworden war. Kaiser Wilhelm II. hatte bei verschiedenen Anlässen (u.a. dem Jameson Raid) seine Sympathie für die Buren kundgetan.

Misstrauisch gegenüber der Präsenz des britischen Militärs, stellten die Buren 1899 ein Ultimatum, dass den Rückzug der Truppen aus dem Bergwerksgebiet forderte. Da die Briten nicht reagierten erklärten Transvaal und der Oranje-Freistaate im Oktober 1899 den Krieg. Die Buren kämpften nicht als reguläre Armee, sondern als Miliz. Jeder Bure hatte ein modernes Gewehr und war beritten. Außerdem verfügten sie auch in geringerem Umfang über Feldartillerie. Durch ihre Feuerkraft und die Geschicklichkeit im Gelände glichen die Buren einige Nachteile aus, die sie gegenüber den professionell geführten englischen Linientruppen hatten.

So erzielten die Buren am Anfang gute Erfolge. Unter der Führung von Piet Cronje, Louis Botha, und Jacobus De La Rey eroberten sie Kimberly, Mafeking und Ladysmith. Sie siegten in den Schlachten von Magersfontein (10./11.12.) und Colenso (15.12.).

1900 erreichten britische Verstärkungen unter Field Marshal Lord Frederick Roberts und General Lord Horatio Kitchener das Kap und das Kriegsglück wendete sich. Kimberly, Paardeberg, Ladysmith und Mafeking wurden sukzessive zurückerobert. Roberts drang in den Oranje-Freistaat ein und nahm die Hauptstadt Bloemfontein am 13.3.1900. Auch Transvaal wa nun geschlagen. Am 31.5. fiel Johannesburg und am 5.6. Pretoria. Paul Kruger, der Präsident von Transvaal, musste fliehen und die Briten annektierten am 3.9.1900 den Burenstaat.

Der Krieg war jedoch im Herbst 1900 noch nicht zu Ende. Die Buren organisierten den Guerillakrieg und schädigten die Briten durch Sabotageakte. Lord Kitchener ließ nun berittene Einheiten das Land durchkämmen. Sie brannten die Farmen der Buren nieder und verschleppten ca. 120.000 burische Frauen und Kinder in Lager, wo mindestens 20.000 an Hunger und Krankheit starben. Angesichts dieser Maßnahmen, gaben die burischen Guerillaführer den Kampf auf.

31.5.1902 Vertrag von Vereeniging

Großbritannien hatte gegen Ende des Krieges rund 500.000 Soldaten in der Kapkolonie zusammengezogen, um ein Volk mit etwa 80.000 wehrfähigen Männern zu bekämpfen.

Tote: Großbritannien: 5.774 / Buren: 4.000 (nach Dupuy/Dupuy)



 Zurück 
(mak) 2000