Der Boxer-Aufstand 1899-1901

England, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Japan, USA "Boxer" (Chinesen)

Nach dem Japanisch-Chinesischen Krieg 1894/95 setzten sich die Europäer an der chinesischen Küste fest, pressten kleine Territorien von den Chinesen und ließen sich immer mehr Handelsrechte und Konzessionen übertragen. Der steigende Einfluss der Ausländer in China führte zur Bildung einer Geheimorganisation - "Boxer" genannt -, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Europäer, Amerikaner und Japaner aus China zu vertreiben und gegen die zum Christentum konvertierten Chinesen vorzugehen.

Nach Angriffen auf ausländische Missionare und Diplomaten, sandten die oben genannten Staaten eine internationale Strafexpedition nach China. Im Juni 1900 eroberte ein Kontingent unter britischer Führung die Taku Forts am Eingang von Tientsin. In Peking reagierte die Bevölkerung mit Entrüstung und Hass. Europäische Botschaften wurden belagert und der deutsche Minister Klemens v. Kettler ermordet.

Das internationale Interventionskorps war inzwischen auf 18.700 Mann angewachsen und hatte im Juli Tientsin eingenommen. Am 14. August drangen die Alliierten in Peking ein und befreiten ihre Landsleute aus den belagerten Botschaften und Kirchen. Danach beschoss die amerikanische Artillerie die kaiserliche Stadt, die aber erst Ende des Monats besetzt wurde. Russische Truppen marschierten im September in die südliche Mandschurei ein. Die Kaiserin Mutter Tzu Hsi, die die Boxer heimlich unterstützt hatte, musste alle Forderungen der Alliierten erfüllen.

Das Boxer-Protokoll vom 12.9.1900 zwang die Chinesen zur Zahlung von $739 Millionen Dollar an die beteiligten Mächte.

Bis Mai 1901 verfolgten Strafexpeditionen - meist unter deutscher Führung standen (Feldmarschall Graf Alfred v. Waldersee) - die verbliebenen Boxer und ihre Sympathisanten im Umland von Peking.



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(mak) 2000